Command & Conquer: Tiberian Sun - Feuersturm

Spielmusik-Review 29.06.2024 · Mattis

Falsch abgebogen

Ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung des Hauptspiels erschien mit Feuersturm die erste und einzige Erweiterung für Command & Conquer: Tiberian Sun. Ein halbes Jahr! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. In der Zeit hat es Battlefield 6 nicht mal geschafft, eine neue Map herauszubringen. Aber gut, andere Zeiten, andere Sitten. Die Expansion bringt neben ein paar neuen Inhalten vor allem die Story um die KI CABAL (Computer Assisted Biologically Augmented Lifeform), Kane und Konsorten zu einem offenen Ende, das erst viel später in Command and Conquer 3: Tiberium Wars aufgegriffen wurde. Wirklich was verpasst hat man nicht, aber es war mehr C&C und das war Kaufgrund genug!

Der Score

Als es an der Zeit war, die Musik für die Feuersturm-Erweiterung zu komponieren, beschlossen Klepacki und der Produzent, dass die Musik peppiger sein und zum ursprünglichen Stil der Musik von Command & Conquer zurückkehren sollte. So sagt es der dazugehörige Eintrag im CnC-Wiki. Wer sich daraus eine vollkommene Abkehr von dem im Hauptspiel Gehörten verspricht, wird jedoch kaum zufriedengestellt. Tatsächlich mangelt es den meisten der elf Tracks des Addons nicht an düsteren Tönen – trotz des Fehlens von Jarrid Mendelson. Rain in the Night 2, Infiltration, Hacker oder Elusive setzen die Tradition des Hauptspiels fort und präsentieren eine Mischung aus Beklemmung und Begeisterung. Anomalien bilden hingegen Stücke wie Slave to the System, Killing Machine oder Initiate, deren Stil wir eher in einem Alarmstufe Rot vermuten würden. Hier zeigt Klepacki sein gewohntes Hard-Rock-Repertoire, indem er ordentlich in die Klampfe haut und dies mit treibenden Beats kombiniert.

Fazit

Als Fan des Tiberian Sun-OSTs kann ich diese Diversifizierungsversuche zwar nachvollziehen, für mich erreicht die Musik der Erweiterung aber leider nicht die Qualität Hauptspiels. Umgekehrt ist es ja vielleicht eher etwas für Fans des ‚historischen‘ Ablegers.