Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten
Ein lachendes und ein schwarzes Auge
Der Vorteil daran, keine Erwartungen zu haben, ist allgemein bekannt: Man wird nie enttäuscht. Mit diesem Mantra trat ich wie gewohnt an den Score zu Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten (engl. The Dark Eye: Chains of Satinav). Ein Point-and-Click-Adventure aus 2012, das vom zuletzt an Gollum gescheiterten, deutschen Studio Daedalic entwickelt wurde und – wenig überraschend – in der Pen-&-Paper-Welt von Das Schwarze Auge (kurz DSA) spielt. Kurz reingehört und … gefällt!
Der Score
Deutsches Entwicklerstudio, deutsche Fantasywelt, dazu dieser Stil … Da klingelt doch irgendwas. Kurz die Namen recherchiert und … Treffer! Nicht nur arbeitet Komponist Numero Uno, Dominik Morgenroth, bei der Soundtrack-Schmiede Dynamedion, sondern Komponist Zwei, Daniel Pharos, wirkte unter anderem an Gothic 1 mit. Folglich erwartet den geneigten Hörer gute bis sehr gute Fantasy-Kost, die zwischen den Anno-, Gothic- und SpellForce-Reihen rangiert.
Besonders deutlich wird das beim Main Theme Chains of Satinav, das mit seinen anfänglichen Harfenklängen direkt Erinnerungen an Vista Point aus Gothic 3 weckt. In Kombination mit der weiblichen Stimme, die eine liebliche Arie singt, kommt bei mir stante pede ein wohliges Gefühl auf. Das zieht sich durch den Großteil des Scores, der genretypisch die unterschiedlichen Gebiete und Setpieces des Games untermalt und von gefühlvoll (The Journey, Follow the River) über bedrohlich (The Brinusk Marshes, Dreamscape Palace) bis zu epochal (Ambush, End Credits) rangiert.

Fazit
Ein musikalisches Ausrufezeichen, das trotz der später umstrittenen Reputation des Entwicklers genau jenen wohligen, melancholischen Fantasy-Spirit versprüht, für den wir deutsche Rollenspiel-Klassiker so abfeiern und die im Gehörgang bleibt. Insgesamt durchaus hörenswert bekommt die akustische Zeitreise von mir eine Wertung von 4/5.