Die Sims: Urlaub total

Spielmusik-Review 02.10.2022 · Mattis

Abenteuerliche Mischung

Wir nähern uns der Ära der Inhaltserweiterungen, in der wir nicht nur neuen Kram oder neue Orte für unser Geld bekommen, sondern ganz neue Mechaniken. Eine Hausparty starten? Easy. Jemanden zum Date ausführen? Ein Kinderspiel. Da ist ein Urlaub schon eine ganz andere Hausnummer. Da ein echter Tapetenwechsel nach neuen Locations verlangt, wurde für das Addon Urlaub Total die Region Vacation Island eingeführt.

Diese unterteilt sich in die Bereiche Strand, Wald und Berge und bietet neue winterliche Texturpakete, Kleidung und Aktivitäten wie zum Beispiel Snowboarden. Zusätzlich können die Sims Souvenirs kaufen und neue Gemeinschaftsgrundstücke entdecken. Alles in allem ein ordentlicher Umfang für ein Addon, obwohl „Erholung“ in Die Sims nie wirklich relevant war – und es bis heute nicht ist.

Der Score

Die Musik zum Urlaubs-Addon klingt ungefähr so, als ob man alle Jochen-Schweizer-Abenteuerurlaube gleichzeitig feiern würde – auf Droge. Bestes Beispiel bietet direkt zu Beginn das Theme The Sims: Vacation. Hier trifft insulanischer Surfrock auf alpine Jodeleinlagen. Dem Ganzen wird durch die simlischen löschen Kauderwelsch die Absurditätskrone aufgesetzt. Das ist unfassbar weird, unglaublich kreativ und funktioniert durch diese unbeschwerte „Es-ist-eh-alles-egal, weil-Urlaub-ist“-Attitüde sogar richtig gut.

Trotz der inhaltlichen Dreiteilung in Strand, Wald und Berg liegt der Fokus des Scores eindeutig auf den tropischen Inselvibes – einzige Ausnahmen sind Shaggy Sim und das von Steeldrums geprägte Steel Drum Paradise, die – genau wie das Main Theme – kurz den Alpengesangsverein auffahren. Songs mit Fantasie-Lyrics wie das Chimonganalai dürften derweil mehr Geschmackssache sein als die Instrumental-Tracks (Seal in the Sea, Coconuts in the Sun), die auch im Imagevideo eines Reiseresorts auftauchen könnten. Welcome to the Island treibt die wilde Kombination an die Grenze des Erträglichen, aber irgendwie kann man den Panne-Lyrics nicht böse sein.

Fazit

Wahrscheinlich bin ich auch hier nostalgisch verklärt, doch mir macht der Score Spaß … obwohl er das eigentlich nicht sollte. Der Genremix dieses Albums stellt wohl mitunter das Experimentellste dar, was es in der gesamten Sims-Reihe zu hören gibt – und das Ergebnis ist wirklich nicht schlecht.