Grand Theft Auto 2

Spielmusik-Review 02.06.2024 · Mattis

Leerlauf

Aus Eins mach Zwei, aus Sieben mach Elf. So lässt sich, zumindest auf der akustischen Ebene die Entwicklung vom ersten Grand Theft Auto zum Nachfolger beschreiben. Spieltechnisch hat sich nämlich recht wenig getan: Nach wie vor laufen und fahren wir aus der Top-Down-Perspektive durch das kreativ benannte Anywhere City, erledigen Aufträge und hinterlassen eine amtliche Spur aus toten Passanten, Kriminellen und Gesetzeshütern. Begleitet wird das Geschehen durch die elf unterschiedlichen Radiosender, die von Funk über Techno bis zu Gospel reichen. Ursprünglich sollten es sogar mal zwölf sein, allerdings wurde dem GTA-Wiki zufolge der Progressive Rock Sender Ridiculous FM vor Release gestrichen.

Hinzu kommen noch ein paar weitere Änderungen im Vergleich zum ersten GTA: So wird jeder der Sender nun von fiktiven DJs moderiert, weshalb uns beispielsweise bei Rockstar Radio Sammy Starock oder bei Lo-Fi FM DJ Dai unterhalten. 'Unterhalten' ist ein gutes Stichwort, denn in diesem Serienteil finden auch die für die Serie üblichen Commercials ihren Anfang, die stereotyp überzogen für alles Mögliche Werbung machen. Das lockert die Musikparade zwar einerseits etwas auf, da sie an die einzelnen Lieder gekoppelt sind, kann das allerdings nerven, wenn man diesen einen speziellen Song in Ruhe hören möchte.

Davon gibts derweil eine ganze Menge. Insgesamt 45 Tracks finden sich in dem Score wieder, auch wenn 15 davon in mehreren Sendern laufen. So kommen wir netto auf eine weniger eindrucksvolle Zahl von 30 Liedern. Weil die Sender indes angenehm unterschiedlich sind, fällt das weniger ins Gewicht. Und mit Songs von Davidson (All I Wanna Do), Bula Matari (Taxi Drivers), Flytronix (Pendulum und Past Archives) und Track 7 (I Wanna Phunk) haben es auch zum ersten Mal Werke von real existierenden Künstler*innen und Bands ins Spiel geschafft.

Fazit

Trotz des charmanten Einzugs von Moderatoren und schräger Satire-Werbung bleibt die musikalische Ausbeute letztlich zu dünn besetzt, um über die gesamte Spielzeit hinweg akustisch wirklich zu fesseln.