Dead Cells: Return to Castlevania

Spielmusik-Review 01.03.2023 · Mattis

Heilige Kreuz(ung)

Was ist schlimmer als eine Review über ein Spiel, das man nicht gespielt hat? Eine Review über ein Spiel, das man nicht gespielt hat, das ein Crossover mit einem anderen Spiel macht, das man nicht gespielt hat. Oder anders ausgedrückt: Als Kind der 90er ohne Konsole (Game Boy Color und Nintendo DS mal ausgenommen) habe ich keines der beliebten Castlevania-Spiele gespielt. Natürlich habe ich mir schon diverse Scores der Reihe angehört, aber mangels Nostalgie gibt es nur ausgewählte Stücke, die mich catchen.

Bei Dead Cells: Return to Castlevania kommt zusammen, was für viele bestimmt zusammenkommen muss, handelt es sich doch bei beiden Spielen um Platformer, bei denen wir uns von links nach rechts und rechts nach links durch diverse Schergen prügeln. Die Adaption der altehrwürdigen Marke rund um Trevor Belmont und dessen Kampf gegen Oberblutsauger Dracula (bzw. Alucard) scheint geglückt, landet der DLC bei Metacritic doch bei einer beachtenswerten 88 (7.9 Nutzerwertung).

Der Score

Auch die Musik verspricht Groß(artig)es. Was in The Queen and the Sea schon begann, wird hier in Form von brachialen E-Gitarren-Riffs (Vampire Killer, Beginning, The Tragic Prince) fortgeführt. Gleichsam bietet der 31 Tracks lange Score mit den Collector’s Versions auch ruhigere Passagen, die mit ihrer Fantasy-Ästhetik an das erste Trine erinnern. Dracula’s Castle (Ghost Dance) klingt zu Beginn dagegen wie Beethovens Mondscheinsonate. Zitate wie Vampire Killer, Bloody Tears oder Lost Paintings wecken wohlige Erinnerungen an Konamis Gothic­-Horror­-Action-Adventure. Und mit Vampire Killer (Librarian Shop) hat derweil eine Prise Orientalisches ihren Weg ins Spiel geschafft

Fazit

Es scheint, als habe Komponist Yoann Laulan die asiatischen Interpretationen europäischer Klangkulissen der Castlevania-Reihe erfolgreich mit der Dead Cells-DNS fusioniert. Das Ergebnis ist eine interessante Komposition, die den vampirischen Fürsten der Finsternis gleich zwischen beiden Welten wandeln lässt. Und mit den elf 8-Bit-Demakes kommt noch etwas mehr Retro-Feeling auf. Für mehr Infos könnt ihr euch auch gerne dieses Interview mit Laulan durchlesen.